Junge dunkelhäutige Frau sitzt am Schreibtisch, schaut auf ihr Bewerbungsschreiben und freut sichJunge dunkelhäutige Frau sitzt am Schreibtisch, schaut auf ihr Bewerbungsschreiben und freut sichJunge dunkelhäutige Frau sitzt am Schreibtisch, schaut auf ihr Bewerbungsschreiben und freut sich
05.05.2020

Tipps für dein Bewerbungsschreiben

Du, dein Traumjob und warum ihr zusammengehört. Wenn die Stelle stimmt, gibt es da viel zu erzählen. Eine Seite reicht aber, um den Job zu bekommen.

Dein Bewerbungsschreiben ist dein Plädoyer für deinen Traumjob. Dabei geht es nicht darum, die Personalabteilung um die Stelle zu bitten. Du willst viel mehr die Augen der Leser für das öffnen, was Du schon längst erkannt hast. Und zwar dass Du wie für die Stelle geschaffen bist. Überzeugend wirkt dabei ein Bild von dir als Person. Mit Argumenten über deinen Lebenslauf hinaus wird deutlich, was Du zu bieten hast. Zeig' dem Personaler, warum deine Kompetenzen und Qualifikationen – vor allem aber deine Motivation und deine Ziele – genau das sind, was das Unternehmen sucht.

Was kommt in mein Bewerbungsschreiben?

Die große Frage nach dem Inhalt. Im Grunde ist es kein Hexenwerk. Den roten Faden spinnst Du, indem Du dich mit diesen Aspekten beschäftigst:

  • Was macht dich in der Arbeitswelt aus?
  • Was macht das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle aus?
  • Warum sprechen die Antworten dafür, dass Du eingestellt werden solltest?

Zunächst einmal zu dir. Die Wahrheit ist vielleicht nicht hübsch aber immerhin hilft sie dir beim Bewerbungsschreiben: Du bist nur insofern für den Personaler interessant, als Du sein oder ihr Problem löst: die offene Stelle. Das heißt für dich, dass Du dich mit deinen Fähigkeiten und deinen Erwartungen an deine Karriere auseinandersetzt. Was kannst Du besonders gut und welche Aufgaben bereiten dir besonders viel Freude? Welche Arbeitsweise liegt dir oder ist dir vielleicht sogar wichtig? Für dein Anschreiben ist es sinnvoll, nicht einfach deinen Lebenslauf auszuformulieren. Denk an deine Soft Skills, wie bist Du zwischenmenschlich aufgestellt? Auch das, was Du noch nicht so gut kannst, ist ein Wegweiser. Was möchtest Du noch lernen? Welches Potenzial siehst Du selbst in dir und wie willst Du es verwirklichen?

Affe schaut in Autospiegel

Das bringt uns auch schon zu deinen Zielen und deiner Motivation. Was treibt dich an, was willst Du erreichen? Nicht nur für die eine Stelle, sondern für deine gesamte Berufsbahn hilft es zu wissen, wo Du hin willst. Wenn Du dir eine konkrete Mission formulierst, findest Du auch die Jobs, die dich persönlich weiterbringen.
Was das beim Anschreiben bringt? Ganz einfach. Stimmen deine Arbeitsweise und deine Mission mit denen des Unternehmens überein, hast Du einen großen Vorteil. Wenn Du für das brennst, was Du machst, bist Du auch produktiver als deine unmotivierten Kollegen. Ein Experte von Udacity hat es auf den Punkt gebracht: "Es kann den Unterschied machen, für den Job geeignet zu sein oder die Stelle wirklich zu bekommen".

Du hast zwei Anlaufpunkte, um das Unternehmen und die Stelle besser kennenzulernen.

  1. Die Stellenanzeige
  2. Die Homepage des Unternehmens

In der Stellenanzeige liest Du, welche Fähigkeiten Du mitbringen musst und was sonst noch für die Stelle wichtig ist. Auf der Unternehmenshomepage findest Du einige Anhaltspunkte darüber, wie dein Wunschunternehmen gestrickt ist. Mit etwas Glück steht sogar in der Stellenausschreibung, mit welcher Unternehmenskultur Du rechnen kannst. Vergleiche deine Stärken und Vorlieben mit dem Unternehmen, bei dem Du dich bewirbst. Wie wird dich die neue Stelle fordern? Was kannst Du leisten? Warum bist Du für die Stelle geeignet? Wenn deine Mission zum Unternehmen passt, hast Du ein starkes Argument in der Hand. Deine individuelle Motivation ist dein größter Trumpf. Insbesondere wenn dein Lebenslauf noch nicht viel mehr aufweist, als deinen Abschluss und einen Minijob als Kassierer. Solltest Du aber schon Erfahrung mitbringen, kannst Du dem Personaler gerne von deinen beruflichen Erfolgen berichten.

Wie ist mein Anschreiben aufgebaut?

Mann schaut auf Tafel voller Dokumente

Dein Bewerbungsschreiben stützt sich auf seine Struktur. Was Du letztendlich schreibst, steht dabei natürlich im Vordergrund. Mit dem passenden Rahmen kannst Du das meiste aus dem Inhalt herausholen. Die grundlegenden Bausteine deines Anschreibens sind:

  • die Kopfzeile
  • der Hauptteil
  • die Grußformel samt Anlagenverzeichnis

Die Kopfzeile enthält klassischerweise deine Kontaktdaten und die Daten deines Wunscharbeitgebers. Wichtig ist dabei der volle Firmennamen, die Adresse und der Name deines Ansprechpartners. Es lohnt sich wirklich herauszufinden, wer für Personalfragen zuständig ist. Das Datum hat oben rechts in der Kopfzeile seinen Platz. Ein aktuelles Datum ist dabei das erste Zeichen für den Personaler, dass er oder sie ein individuelles Anschreiben vor sich hat. Der Eindruck verstärkt sich, wenn Du ihn oder sie in der Anrede persönlich ansprichst.

Im Hauptteil liegt wenig überraschend der Kern deines Bewerbungsschreibens. Hier überzeugst Du den neuen Arbeitgeber oder eben nicht. Nun hast Du aber nicht viel Platz. Für einen kurzen und zugleich wirksamen Hauptteil bietet sich die sogenannte 5 Schritt Struktur an. Sie führt den Leser in ein Thema ein und gibt drei zwingende Argumente. Am Schluss steht die Aussage, von der Du den Leser überzeugen möchtest.

Stift auf Papier mit den Worten 5 Schritte zum Ziel

Im Bewerbungsanschreiben ist das natürlich, dass Du ideal für die Stelle geeignet bist. Den Grundstein für diesen Eindruck legt die Einleitung, in deinem Fall der erste Satz. Wenn der sitzt, weckst Du die Aufmerksamkeit des Personalers. Sag' deutlich worum es geht. Für welche Stelle bewirbst Du dich? Wenn der Name des Unternehmens fällt, fühlt sich der Personaler angesprochen. Das macht es deinen inhaltlichen Argumenten leichter. Das stärkste Argument entfaltet an erster Stelle die größte Wirkung. Mit den zwei weiteren Argumenten kannst Du Feinheiten nachjustieren und das Gesamtbild von dir festigen. Am Ende sagst Du noch einmal klar und deutlich, dass Du ins Unternehmen passt und die richtige Wahl für die Stelle bist. Schließe deine Argumentation so selbstbewusst, wie Du sie begonnen hast. So rundest Du den Hauptteil deines Anschreibens eindrucksvoll ab.

Die Grußformel ist, wie der Name vermuten lässt, nur noch Formsache. Mit freundlichen Grüßen kannst Du nichts falsch machen, Höflichkeit hat sich noch immer ausgezahlt. Lass dich auch bei deinen Grüßen ruhig von deinem eigenen Stil inspirieren. Deine handschriftliche Unterschrift verleiht deiner Bewerung in jedem Fall einen persönlichen Touch.
Letztlich macht ein Anlagenverzeichnis Personalerleben leichter. Hier führst Du alle wichtigen Dokumente wie Zeugnisse, Zertifikate oder Nachweise über Ehrenämter und dergleichen auf. Orientiere dich bei der Reihenfolge an deinem Lebenslauf, das wirkt einheitlich.
Dein Anschreiben sollte insgesamt nicht länger als eine DinA4 Seite sein. Alles was darüber hinausgeht wird in aller Regel schlicht und ergreifend nicht gelesen.

Wie formuliere ich mein Bewerbungsschreiben?

Brille und Lupe liegen auf Buch

Wie Du dein Bewerbungsschreiben ausformulierst, liegt bei dir. Natürlich gibt es ein paar Tricks, die deinen Text leserlich und ansprechend gestalten. Mit diesen Grundlagen im Hinterkopf kannst Du deinen eigenen Stil ideal in Szene setzen. Zunächst wirkt die berüchtigte Wall of Text erschlagend. Kurze Absätze hingegen lassen sich schnell aufnehmen und strengen den Leser nicht an. Eine einheitlich Gestaltung trägt dazu bei, dass deine Bewerbung wie ein zusammenhängendes Werk wahrgenommen wird. Bleib deinen Design Entscheidungen wie etwa der Schiftart und Farbe treu – und zwar im Anschreiben wie auch in deinem Lebenslauf. Sogenannte Serifenschriften wie Times New Roman oder Georgia sind übrigens besonders leicht zu lesen.

Ob Du dir eine Vorlage aus dem Netz ziehst oder deine eigenen Gedanken zur Struktur gemacht hast, an deinen eigenen Formulierungen kommst Du nicht vorbei. Das heißt nicht, dass Du Schriftsteller werden sollst. Kreativ sein ist einfacher als Du vielleicht vermutest. Dabei hilft es, wenn Du deinem Text einen Funktion gibst. Was soll der Text erreichen? Dein Bewerbungsschreiben bringt dich dem neuen Job einen Schritt näher, wenn der Leser Interesse für dich entwickelt. Das Interesse weckst Du mit Ausdrücken, die der Personaler nicht auch schon in 20 anderen Bewerbungen gelesen hat. Abgegriffene Floskeln können dich als Person nicht abbilden. Emotionen hingegen machen greifbar, warum Du zur Stelle passt. Dahinter steckt ein Konzept aus der Psycholinguistik. Je stärker ein Text die grundlegenden Aspekte von Gefühlen aktiviert, desto interessierter der Leser.

Schlüsselbund liegt auf Tisch

Der Schlüssel dafür sind Metaphern. Du musst gar nicht groß von deinen innersten Gefühlen schwärmen, noch musst Du dir die ausgefallensten Metaphern aus der Nase ziehen. Wenn Du mal auf alltägliche Ausdrücke achtest, fällt dir blitzschnell auf, wie häufig wir in Bildern sprechen. Bilder wie ich brenne für Innovation oder ich blühe in Teamarbeit auf sagen so viel mehr, als dass Du etwas gerne machst. Verschiedene Studien zeigen, dass solche Metaphern im Leser Emotionen auslösen. Das kannst Du dir in deinem Anschreiben zu Nutze machen. Baue die passenden Metaphern in deinen Text ein, um einen soliden Eindruck zu hinterlassen.

Besonders im ersten Satz geht es darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Selbstbewusstes Auftreten wird von Personalern gerne gesehen. Wenn Du Sie überraschst und deine eigene Persönlichkeit einfließen lässt, ist dir ihre Neugier sicher. Wir erinnern uns an die Fragen aus der Vorbereitung: Warum interessiert dich der Job? Wie war dein Weg zur Stelle? Die Antworten dienen dir als Inspiration für den Einstieg in den Text.
Wenn es an deine Argumente geht, gibt es eine Faustregel:

  • Klar formulieren, nicht schwafeln

Wer viel redet aber im Endeffekt nichts sagt, kann auch nicht hoffen, gehört zu werden. Formulierst Du hingegen klar und deutlich, was es wichtiges über dich zu wissen gibt, bekommt der Personaler schnell ein Bild von dir. Darüber hinaus zeigst Du, dass Du komplexe Sachverhalte auf das Wesentliche reduzieren kannst. Dieser Ansatz ist generell hilfreich, um deine Stärken zu beschreiben.
Deine Fähigkeiten gehen schon mehr oder weniger aus deinem Lebenslauf hervor. Im Bewerbungsanschreiben kannst Du das jetzt mit Beispielen untermauern. Wie bist Du bisher mit Schwierigkeiten umgegangen? Welche Erfolge konntest Du verbuchen? So wird auch der Grundgedanke deines Anliegens deutlich. Du bist nämlich kein Bittsteller, der um eine Stelle bittet. Vielmehr bietest Du dem Personaler Lösungen an. Aus dieser Position des Partners ergibt sich auch ein gewisses Selbstvertrauen. Sätze im Konjunktiv schneiden dir deshalb ins eigene Fleisch. Hätte, würde und könnte lassen dich unsicher und zögerlich erscheinen. Das gilt im Besonderen für den letzten Satz.

Kleinkind liest ein Buch

Lies dir dein Bewerbungsschreiben unbedingt noch einmal durch, bevor Du es abschickst. Am besten einmal, wenn Du es gerade geschrieben hast und noch einmal am nächsten Tag. Viele Fehler entwischen dir, wenn Du am selben Tag den Text nochmal durchgehst. Frag' auch mal deine Freunde oder jemanden aus der Familie. Fremde Fehler findet man viel einfacher als seine eigenen. Verschickst Du deine Bewerbung per Mail, ist der Anhang eine kleine aber folgenschwere Fehlerquelle. Stell sicher, dass Du die Bewerbung auch wirklich angehängt hast, bevor Du sie abschickst.

Das Bewerbungsschreiben ist deine Chance, dich persönlich darzustellen. Dazu musst Du dich natürlich selbst kennen. Mit deiner Mission, deinen Stärken und deinem Potenzial vor Augen findest Du auch die passende Stelle für dich. Mit einer rhetorisch optimierten Struktur und den kleinen sprachlichen Feinheiten bringst Du auch eindrucksvoll rüber, warum Du zur Stelle passt. Und wenn Personaler erkennen, dass Du ihre Probleme löst, bleibt ihnen nur noch eine mögliche Schlussfolgerung. Dein Bewerbungsschreiben macht so einwandfrei deutlich, dass Du eingestellt werden solltest.

Artikel von
Jonas Reiter
Master of Words and Arousal

Erstelle dein Bewerbungsschreiben in wenigen Minuten