Stellenanzeigen schreiben erkärt

Ohne eine Stellenanzeige bleibt die offene Stelle im Unternehmen meist unbesetzt. Dabei müssen sie nicht lästig sein, sondern sind vielmehr eine Chance.


Sie sind der erste Schritt in den Bewerbungsprozess, doch wie schreibt man die perfekte Stellenanzeige? Diese Frage sorgt schnell für Kopfzerbrechen. Es gilt, auf wenig Platz viel Inhalt unterzubringen. Und weil die Konkurrenz nicht schläft, am besten so, dass sich die Anzeige von der Masse abhebt und talentierte Jobsuchende überzeugt. Es gibt also eine ganze Menge zu beachten – aber auch eine ganze Menge zu gewinnen.

Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Die Stellenanzeige ist für Jobsuchende oft der erste Kontakt mit deinem Unternehmen. Der erste Eindruck zählt und Du hast einige Ansatzpunkte, ihn möglichst ansprechend zu gestalten. Die zwei Kernaspekte sind eine übersichtliche Struktur und wie verständlich die Anzeige formuliert ist. Beides sorgt dafür, dass deine Anzeige auffällt und das Interesse von fähigen Talenten weckt. Gehst Du dann noch individuell auf deine Wunschbewerber ein, wandelst Du ihr Interesse zum Bewerbungswunsch. Dabei kannst Du die gängigsten Fallen umgehen, wenn Du dir im Vorfeld ein paar Gedanken machst. Letztendlich nutzt dir eine auf Hochglanz polierte Stellenanzeige nur wenig, wenn sie niemand findet. Ein paar Kniffe für mehr Reichweite helfen, dem vorzubeugen.

Übersichtlichkeit: Bewerber sehen darüber nicht hinweg

Eine gute Struktur bildet das Grundgerüst für eine übersichtliche Stellenanzeige. Welche Informationen Du in welcher Reihenfolge präsentierst, ist der erste Grundpfeiler und gibt die grobe Struktur vor. Entsprechend wichtig ist diese Entscheidung, wir schlagen daher ein bewährtes Prinzip aus dem Marketing vor. In vier Schritt will das AIDA-Prinzip vom ersten aufmerksam Werden zielsicher zum gewünschten Handeln führen. In diesem Fall wäre das, sich auf die ausgeschriebene Stelle zu bewerben.
AIDA steht dabei für:

  • Attention (Aufmerksamkeit)
  • Interest (Interesse)
  • Desire (Wunsch)
  • Action (Handeln)

Schiff im Closeup auf See

Attention
Als erstes sicherst Du dir die Aufmerksamkeit der Jobsuchenden. Das geht zum Beispiel mit einem ansprechenden Bild.
Interest
Hast Du einmal die Aufmerksamkeit deines Leser, kannst Du weiterarbeiten. Mit dem ersten Eindruck deiner Anzeige weckst Du das Interesse, sich weiter mit der Stelle zu beschäftigen.
Desire
Vom Interesse bis zum Wunsch, sich bei dir zu bewerben: Hier ist, wo die Magie passiert. Der Leser möchte wissen, was in der Stelle auf ihn oder sie zukommt und welche Vorteile dich als Arbeitgeber ausmachen. Das ist der Kern deiner Argumente, warum dein Unternehmen die richtige Wahl ist.
Action
Im letzten Schritt möchtest Du die Leser zum Handeln bewegen. An diesem Punkt ist die Arbeit eigentlich schon getan. Jetzt geht es nur noch darum, den Bewerbungswillen nicht wieder zu verlieren. Dazu ist es ratsam, die Hürde so niedrig wie möglich zu halten. Wer auf einen Blick sieht, was für die Bewerbung zu tun ist, wird sie auch eher abschicken.

Diese Schritte bilden den Rahmen für den konkreten Text deiner Stellenausschreibung. Dieser Text ist die Brücke von der Jobsuche hinüber zur Bewerbung bei dir. Für die feinere Struktur kannst Du dich an 5 W-Fragen orientieren. Die Antworten auf jede dieser Fragen haben ihren eigenen Absatz verdient, sie sind die inhaltlichen Bausteine deiner Stellenanzeige:

Brücke mit fahrenden Autos

  • Wer sind wir als Unternehmen?
  • Was erwartet die Bewerber?
  • Wen suchen wir?
  • Was bieten wir?
  • Wie kann man sich bewerben?

Die räumliche Aufteilung dieser Bausteine trägt dazu bei, wie verständlich der Text ist. Das Auge liest schließlich mit. Niemand freut sich, wenn er sich mit einer Wall of Text konfrontiert sieht. Besonders dann, wenn man schnell die wichtigsten Punkte einer Stellenanzeige überfliegen will. Mehr Übersicht bieten zwei Spalten und eine Mischung aus Liste und überschaubaren Fließtext.

Verständlichkeit: versteht sich von selbst

Nun stehen die Grundzüge der Struktur. So wichtig es auch ist, deine Inhalte übersichtlich zu präsentieren, die Inhalte selbst kommen schnell zu kurz. Die erste Frage für einen Text ist immer das Ziel. Warum schreibe ich den Text überhaupt, was will ich erreichen? Deine Antwort geht wahrscheinlich in Richtung "Ich will den richtigen Arbeiter für meine offene Stelle finden". So weit so abstrakt. Je praktischer Du an dieses Ziel herangehst, desto einfacher wird es dir fallen, den passenden Text zu schreiben. Was für eine Stelle möchtest Du besetzen? Was bringt der richtige Arbeiter mit? Ist er ein Student, hat sie viel Arbeitserfahrung? Wenn Du dir Fragen dieser Art im Vorhinein beantwortest, gestaltest Du eine sogenannte Persona. Diese Persona steht für alle Bewerber, die für deine Stelle in Frage kommen. Jetzt bleibt noch offen, wie Du diesen idealen Kandidaten abholst. Vom Titel deiner Stellenausschreibung zur inhaltlichen Aufbereitung hängt alles von diesen Fragen ab.
Indem Du deinen Text sprachlich aufpolierst, holst Du die Leser nicht nur ab, sondern vermittelst auch die wichtigsten Informationen über deine Stelle. Das heißt zunächst einmal keine unnötig komplizierten Sätze. Keine Fachbegriffe und Fremdwörter, wo es auch ein verständliches Wort tut. Kompetenz und Glaubwürdigkeit zeigen sich nicht in schlauen Formulierungen, sondern in sinnvollen Inhalten.
Text allein ist aber nicht alles. Bilder in Maßen oder gar Videos an der rechten Stelle ermöglichen einen handfesten Einblick in die Anstellung und dein Unternehmen. Bewerber verstehen so eher, worum es geht und können abschätzen, ob sie sich in deinem Unternehmen sehen oder nicht. Wenn die Leser verstehen, was Du erwartest und was sie erwarten sollten, schlägst Du dich mit weniger unpassenden Bewerbungen herum.

Fallstricke sind ein Fall für sich

zusammengerolltes Seil

Für den letzten Feinschliff lohnt sich ein Blick auf die gängigsten Fragen und Fallstricke bei Stellenanzeigen. Es gibt einige Fragen, die Du für dich selbst klären musst und solche, bei denen Du keinen Spielraum hast. Ob Du zum Beispiel schon in der Anzeige Leser über das Gehalt der Stelle informieren möchtest, liegt bei dir. Das Gleiche gilt für die Entscheidung zwischen Sie und Du. Dabei gibt es kein pauschales Richtig oder Falsch. Entscheidungen dieser Art wirken sich vielmehr in einer bestimmten Weise aus. Sei dir also im Klaren darüber, was dein Ziel ist und welche Auswirkungen dich dem näher bringen. Führst Du nun etwa in der Stellenausschreibung das Du ein, wird es im Bewerbungsgespräch unangenehm für alle Beteiligten, wenn Du auf das Sie bestehst.
Handfestere Konsequenzen haben Entscheidungen, die sich nicht nach deiner persönlichen Einschätzung, sondern nach deutschem Recht richten. Namentlich dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG. Wer sich hier vertut, zahlt schon mal bis zu 3 Monatsgehälter Entschädigungsanspruch. Das AGG soll verhindern, dass verschiedene Personengruppen ausgegrenzt werden. Die Liste reicht dabei von Geschlecht über ethnische Herkunft bis zum Alter, entsprechend wachsam lohnt es sich also zu sein.
Als Beispiel: Die Formulierung Deutsch als Muttersprache impliziert eine deutsche Herkunft oder zumindest deutsche Eltern als Voraussetzung für die ausgeschriebene Stelle. Schreibst Du nun aber sehr gute Deutschkenntnisse, stellst Du effektiv die gleiche Anforderung, schließt aber keine talentierten Bewerber mit Deutsch als Zweit- oder Drittsprache aus. So verhinderst Du juristische Schwierigkeiten und gleichzeitig gehen dir keine attraktiven Arbeitnehmer durch die Lappen.

Reichweite wird reich belohnt

Letztlich bringt dir das beste Konzept nichts, wenn niemand dein Jobangebot je zu Gesicht bekommt. Das Stichwort hier ist Reichweite. Wie viele Leser Du erreichst ergibt sich aus verschiedenen Aspekten, angefangen bei dem Titel deiner Ausschreibung. Hier hast Du zum ersten mal die Chance, auf deine Stelle aufmerksam zu machen. Jobsuchende scannen nach Anstellungsarten, der Branche und dem Aufgabenbereich. Dabei ist die Ausdrucksweise ausschlaggebend, kryptische Bezeichnungen klingen vielleicht professionell, helfen bei der Suche nach dem passenden Job aber nicht weiter. Denn auch in Sachen Reichweite gilt, dass Du dich nach deinen Bewerbern richtest. Welche Ausdrucksweise verstehen sie? Auf welchen Jobportalen sind deine idealen Bewerber unterwegs? Diese Portale sind deine erste Anlaufstelle. Generell erreicht deine Stellenausschreibung mehr Bewerber, wenn sie nicht nur auf deiner eigenen Karriereseite zu finden ist, sondern auch auf Jobbörsen wie enwork, LinkedIn oder Xing.
Wir helfen dir dabei, mit möglichst wenig Aufwand maximalen Effekt zu erzielen.

Stellenanzeigen sind eine Chance

Dieser Überblick macht deutlich, welche Möglichkeiten eine Stellenanzeige hat. Du kannst an all diesen Stellschrauben drehen, um genau die Bewerber zu erreichen, die dir vorschweben. Mit Struktur und Verständlichkeit gewinnst Du sie für dein Unternehmen. Smarte Talente verschwenden ihre Zeit nämlich nicht mit verkomplizierten Stellenausschreibungen. Vielleicht findest Du auch noch etwas über deine Unternehmenskultur heraus und wie Du dein Unternehmen weiterentwickeln kannst. Es lohnt sich in jedem Fall, dir ein paar Gedanken über dich als Arbeitgeber und die idealen Mitarbeiter zu machen.


Ein Artikel vonJonas Reiter
Jonas Reiter

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