Die wichtigsten Tipps zu Übersichtlichkeit auf einen Blick

Bei der Jobsuche verlieren Bewerber schnell die Übersicht. Stellenanzeigen mit einer klaren Struktur wirken dem entgegen und laden Jobsuchende ein, sich bei dir zu bewerben.


Offene Stellen freuen kein Unternehmen. Eine gut geschriebene Stellenanzeige ist die erste Maßnahme, um Abhilfe zu schaffen. Sie ist die Brücke vom Jobportal hinüber in dein Unternehmen. Mit einer übersichtlichen Struktur fährst Du nicht nur mehr Bewerbungen ein, sondern findest auch die Kandidaten, die zu deiner Stelle passen.

Erste Kontaktaufnahme

Die Stellenazeige stellt den ersten persönlichen Kontakt zu deinen potentiellen Mitarbeitern dar. Diese Begegnung sollte die Bewerber nicht schon von vorne herein abschrecken. Ganz im Gegenteil willst Du den Lesern ins Auge fallen und ihr Interesse wecken. Das Zauberwort hierfür lautet Übersichtlichkeit. Mit der passenden Struktur kannst Du den wenigen Platz, den eine Stellenanzeige nun einmal bietet, optimal nutzen. Das klingt jetzt wie eine Wissenschaft für sich, doch glücklicherweise kannst Du dich auch als Arbeitgeber auf die Schultern der Marketing- und Werbeforschung stellen. In diesem Artikel gewinnst Du einen Überblick über verschiedene Konzepte und Strategien samt Tipps, wie Du sie miteinander verbinden kannst.

Am Anfang war AIDA

Kreuzfahrtschiff abends bei Sidney

Das wohl bewährteste Prinzip in Sachen Marketing und Werbung ist das sogenannte AIDA-Prinzip. Es beschreibt, wie Du die Aufmerksamkeit eines Lesers gewinnst und ihn anschließend zum Handeln bewegst. In diesem Fall würde ein Mensch auf der Jobsuche auf deine Stellenanzeige aufmerksam werden und sich bei dir bewerben. Den Weg dahin beschreibt AIDA in vier namensgebenden Schritten:

  • Attention (Aufmerksamkeit)
  • Interest (Interesse)
  • Desire (Wunsch)
  • Action (Handeln)

Attention
Zu Beginn steht die Aufmerksamkeit des Jobsuchenden. Wenn niemand deine Stellenanzeige liest, wird sich auch niemand bei dir bewerben. Deswegen ist es wichtig, dass Du den Leser abholst, bevor er oder sie sich mit dem Inhalt deiner Stelle auseinander setzt. Das klingt jetzt dramatischer, als es ist. Dir stehen nämlich wirkungsvolle Werkzeuge zur Verfügung. Hier ist der Titel deiner Stellenausschreibung zu nennen. Er ist der erste Anhaltspunkt für jeden Leser und ermöglicht einen Einblick in die offene Stelle. Dabei gehen verständliche Beschreibungen immer über Titel, die spannend klingen aber nichts aussagen. An diesem Punkt möchte der Leser einfach nur wissen, ob er gefunden hat, wonach er sucht. Lust auf die Stelle machst Du ihm oder ihr später.
Interest
Im nächsten Schritt geht es ans Interesse der Leser. Jetzt, wo Du sie ins Lesen verwickelt hast, kannst Du die Stelle spannend und interessant beschreiben. Dabei lässt Du die Stelle am besten selbst sprechen. Kurz gesagt möchtest Du dem Lesenden das Gefühl vermitteln, auf der richtigen Fährte zu sein. Dein Unternehmen und deine Stelle können Wünsche und Bedürfnisse erfüllen oder eben nicht. Wichtig ist dabei, transparent und ehrlich zu bleiben. So reduzierst Du auch gleich Bewerbungen, die keine Zukunft haben.
Desire
Aus dem Interesse wird ein Wunsch. Namentlich der Wunsch, sich bei dir zu bewerben. Tatsächlich gehen Interessen und Wünsche oft Hand in Hand und sind schwer voneinander zu trennen. Entsprechend ähnlich ist das Vorgehen, nur das der Fokus hier auf dir und deinem Unternehmen liegt. Was macht dich aus, welche Vorteile unterscheiden dein Unternehmen von anderen in der Branche? Wenn beim interessierten Leser der Eindruck entsteht, ein attraktives und vor allem passendes Unternehmen vor sich zu haben, kommt der Bewerbungswunsch von ganz allein.
Action
Nun fehlt noch eins: Die Bewerbungswilligen sollen aus ihrer Rolle der Leser herauswachsen und handeln. Er oder sie soll aktiv werden und sich bei dir bewerben, damit Du schon bald einen Neuzuwachs für dein Team verzeichnen kannst. Der Mensch vorm Bildschirm möchte sich also schon bewerben. Es liegt nun an dir und diesem letzten Schritt, ihm oder ihr diesen Wunsch zu gewähren. Schreibe klar und deutlich, wie man sich bei dir bewerben kann. An wen soll die Bewerbung gehen? Per Mail oder postalisch? – Wobei Du deutlich mehr Bewerbungen erwarten kannst, wenn Du den elektronischen Weg nicht ausschlägst.
Die Faustregel für's Bewerben lautet je unkomplizierter, desto mehr Bewerber.

Die vier P's und Motivation

Soweit zum theoretischen Unterbau. Bis hierhin bietet das AIDA-Prinzip ein wichtiges Grundverständnis, allerdings wenig handfeste Tipps. Für die wenden wir das, was wir aus AIDA gelernt haben, auf zwei weitere psychologische Prinzipien an. Es bleibt harmlos und verständlich, keine Sorge.
Zunächst einmal die vier P's. Das sind Picture, Promise, Prove und Push (zu Deutsch Bild, Versprechen, Beweisen und Anstoßen).
Bilder sind der Blickfang schlechthin. Sie bieten viele Informationen in kurzer Zeit, das Auge bleibt an Bildern eher hängen als an blankem Text. Der Leser sieht, was er erwarten kann und muss es sich nicht mehr zusammenreimen.
Versprechen bedeutet lediglich, dass Du eine Erwartungshaltung im Lesenden schaffst. Anders formuliert meint versprechen, dass Du mit Worten ein Bild von deiner Stelle malst, in dem sich der potentielle Bewerber sehen kann.
Beweisen kannst Du in der Stellenanzeige natürlich noch nichts. Die Idee, den vermittelten Eindruck aus der Ausschreibung zu bestätigen wird aber beim Thema Bewerbungsgespräch wieder interessant.
Anstoßen kannst Du den Lesenden jedoch allemal. Dahinter verbirgt sich ein sogenannter Call to Action, ein Aufruf, etwas zu tun. Also in diesem Fall der Aufruf, sich zu bewerben. Wie unter dem Punkt Action aus dem AIDA-Prinzip schon deutlich wurde, sorgen niedrige Hürden dafür, dass dein Anstoß auch Erfolg hat.

Mann schiebt Heuballen

Menschen sind träge, besonders wenn sie schon viele schlecht geschriebene Stellenanzeigen hinter sich haben. Motivierst Du sie aber mit deiner Ausschreibung, gewinnst Du sie für dich und dein Unternehmen. Dabei ist wichtig, was motiviert und wie sich motivierte Menschen verhalten.
Motivation entsteht aus Motiven. Das sind Ziele, Wünsche und Bedürfnisse, die jeder hat und die bei jedem unterschiedlich sind. Marketing-Experten würden dafür eine sogenannte Persona definieren. Auf Deutsch heißt das, sie versetzen sich in die Lage ihrer potentiellen Kunden und fragen sich, was für ihn oder sie wichtig ist. Wenn Du die Motive deiner idealen Kandidaten ansprichst, motivierst Du genau die Bewerber, mit denen Du deine Stelle besetzen willst.
Das Verhalten von motivierten Jobsuchenden richtet sich nach ihren Erwartungen und wie viel ihr Ziel ihnen Wert ist. Wenn diese beiden Punkte steigen, erhöht sich auch die Motivation eines Bewerbers und er handelt schneller. Das heißt Leser bewerben sich eher, wenn sie sich viel von der Stelle erhoffen und einen Mehrwert in ihr sehen.

Was heißt das für deine Stellenausschreibung?

Die Lehren aus AIDA lassen sich mit den vier P's und dem Wissen über Motivation verbinden. Miteinander verflochten bilden sie die Struktur für die ideale Stellenanzeige. Wir haben hier ein paar handfeste Vorschläge, wie Du die oben beschriebene Theorie in deine Ausschreibung gießen kannst.
Aufmerksamkeit im Leser erregst Du mit einem deutlichen Titel und über ein passendes Bild. Die Betonung liegt dabei auf passend. Es hilft nicht, ein buntes Bild zu wählen, wenn es zwar hübsch aussieht aber nichts mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun hat.
Interesse weckst Du, indem Du mit deinem Text eine Art Versprechen formulierst. Das heißt, Du gibst eine Aussicht auf die offene Stelle und dein Unternehmen. Wenn dir in deinem Unternehmen flexible Arbeitszeiten und Freiheit für deine Angestellten wichtig sind, gehört das in deine Stellenanzeige.
Der Wunsch zum Bewerben entsteht, wenn Du mit deiner Stellenbeschreibung die persönlichen Ziele und Bedürfnisse des Lesers ansprichst. Das motiviert und macht einen Leser zu einem Bewerber. Angehende Handwerker lesen zum Beispiel mit Freude, dass sie sich in der ausgeschriebenen Stelle auf Praxiserfahrung einstellen können.
Der Bewerber handelt, wenn Du ihn noch einmal dazu aufforderst. Dazu zählt auch, dass Du klar und deutlich beschreibst, wie man sich bei dir bewerben kann. Am Ende deiner Bewerbung steht also idealerweise nicht nur Bewirb dich jetzt!, sondern es folgen die entsprechende E-mail Adresse, Postanschrift und alles, was dir sonst noch wichtig ist.

Noch Fragen?

weißes Fragezeichen

Letzlich bieten dir 5 W-Fragen einen Leitfaden für den Aufbau deiner Stellenanzeige. Jede Frage ist dabei die Grundlage für einen Abschnitt deines Textes. So antwortest Du nacheinander auf die Fragen:

  • Wer sind wir als Unternehmen?
  • Was erwartet die Bewerber?
  • Wen suchen wir?
  • Was bieten wir?
  • Wie kann man sich bewerben?

Wie im Rest des Lebens gilt die gesamte Anzeige hindurch, dass Klarheit über Geschwafel steht. Das äußert sich auch in der räumlichen Aufteilung deines Textes. Die berüchtigte Wall of Text hat noch den motiviertesten Bewerber verjagt. Leser verweilen im Text, wenn die wichtigsten Informationen schnell ersichtlich sind. Der Fließtext hat zwar auch seinen Platz aber nur in Maßen und auch erst dann, wenn der Leser schon interessiert ist. Wenn kein Interesse besteht, ist der Leser nicht bereit, viele Informationen aufzunehmen. Im Zweifel passt die Stelle doch nicht und man hat seine Zeit verschwendet, dieses Risiko gehen die wenigsten Jobsuchenden ein.
Hier greift das AIDA-Prinzip: erst Aufmerksamkeit und Interesse der Bewerber wecken und sie dann über ihre persönlichen Ziele und Bedürfnisse zum Bewerben veranlassen. Dafür braucht es dann einen ausformulierten Text. Anders lässt sich kein individuelles Bild erschaffen und ohne das fühlt sich auch kein Bewerber individuell angesprochen.

Mit dieser Struktur bringst Du Übersichtlichkeit in deine Stellenausschreibung und der Bewerber weiß, worauf er sich einlässt. Dadurch erreichst Du die Kandidaten, die wirklich zu deiner Stelle passen. Das heißt nicht nur, dass sich die Bewerber, die Du in deiner Stellen sehen möchtest, bei dir bewerben. Gleichzeitig wissen auch die Leser, die eben nicht bei dir glücklich werden, dass sie weitersuchen müssen. So sparst Du wertvolle Zeit.
Es lohnt sich, wenn Du nicht einfach drauf los schreibst, sondern dir vorher ein paar Gedanken machst. Wer ist mein idealer Bewerber und was kann er oder sie von mir erwarten? Diese Kernfragen bieten dir den rohen Inhalt für deine Ausschreibung. Du musst nicht die brandneuesten Theorien aus dem Marketing kennen, um dir ein paar Einsichten aus der Forschung zu Nutze zu machen.
Es reicht vollkommen aus, wenn Du diese Grundlagen beachtest und deine Stellenanzeige mit deiner individuellen Note prägst.


Ein Artikel vonJonas Reiter
Jonas Reiter

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